Hammondorgel-Konzerte
Kirchenorgel-Konzerte
"Ein Flug über Tasten und Pedale. Die Organistin Barbara Dennerlein brilliert beim Konzert in der Annakirche. Stilistisch vielfältig und mitreißend die klanglichen Möglichkeiten der Orgel ausgelotet. Tosender Beifall des Publikums. Die Orgel gilt als Königin der Instrumente. Barbara Dennerlein macht sie sich leicht Untertan. Beim ausverkauften Gastspiel in der Reihe "Orgelkonzerte in der Annakirche" begeisterte die weltbekannte Jazz-Organistin am Freitagabend das Aachener Publikum beim Eröffnungskonzert des Orgeljahrs 2018. Dennerlein hat - vor allem an der Hammond-Orgel - bereits große Konzerthallen gefüllt. Seit über 20 Jahren beschäftigt sich die Münchnerin aber auch mit der Pfeifenorgel und hat hier ebenfalls schon prominente Orgelstandorte auf der Liste. ... Die Annakirche ... wurde von Dennerlein dennoch samt Publikum schon vor einigen Jahren beim ersten Besuch ins Herz geschlossen. Jetzt dürfte sie sich zusätzlich über eine erst 2016 eingebaute, computergesteuerte Setzeranlage in der Weimbs-Orgel freuen, die ihr virtuoses Spiel noch entspannter erscheinen ließ, obwohl Organisten immer mit dem ganzen Körper arbeiten. Die 53-Jährige projiziert ihren Auftritt stets so in den Kirchenraum, dass der Zuhörer auch zum Zuschauer wird. Alle vier Manuale der Weimbs-Orgel - drei für die Hände, eins für die Füße - waren so zu sehen. Auch das macht die Faszination von Dennerleins Auftritten aus, denn sie fliegt mit Händen wie Füßen fast über die Tasten und Pedale. Entscheidend ist aber die Musik, die sie so produziert: in Aachen präsentierte sie sechs eigene Jazz-Werke und eine Zugabe, die nichts an Faszination und Begeisterungsfähigkeit verloren, wenn man die Augen schloss. Blues, Funk, Calypso - stilistisch vielfältig und mitreißend lotete sie die klanglichen Möglichkeiten der Orgel aus.... Spätestens bei "Korean Smile" wusste das Publikum, zu welchen virtuosen und ausdrucksstarken Möglichkeiten Dennerlein an den Manualen fähig ist. Geradezu lässig, als wäre es nichts, verfolgte sie drei unterschiedliche Rhythmen gleichzeitig. Der "Stormy Weather Blues", eins der bekanntesten Werke Dennerleins, fehlte genauso wenig wie "New York Impressions", eine Improvisation zu Bachs Toccata und Fuge in d-moll und zugleich ein musikalisches Sinnbild für den Schmelztiegel am Manhattan River, rissen das Publikum zu Recht zu Begeisterungsstürmen hin. Am Ende hielt es die Zuhörer nicht mehr auf den Kirchenbänken - tosender Jubel im Kirchenschiff nach einem grandiosen Konzert."
(Aachener Zeitung, 12.03.18)

 

"Spiel ohne Grenzen. Barbara Dennerlein begeistert und brilliert an der Eule-Orgel. Barbara Dennerlein vereint sie alle: Die "üblichen Verdächtigen", also das treue Orgelkonzertpublikum, ebenso wie eine jazzbegeisterte Publikumsschicht. Sie alle jubelten der Virtuosin gleichermaßen zu, als sie Freitagabend in der Neustädter Marienkirche der neuen Eule-Orgel so gänzlich andere Rhythmen und Klangfarben-Kombinationen entlockte. Die Kooperationsveranstaltung des evangelischen Stadtkantorats und des Jazzclubs war nahezu ausverkauft. Für die 53-jährige Musikerin gibt es keine Grenzen zwischen E- und U-Musik, zwischen Tradition und Moderne, zwischen Jazz und Kirchenmusik. Sie beherrscht sämtliche Stile, um sie in fließenden Übergängen einer eigenständigen Tonsprache zuzuführen. So wie in ihrer melancholisch gefärbten Symphonie, mit der sie ihr Konzert eröffnet. Aus einer Themenzelle von gebrochenen Moll-Akkorden entwickelt Dennerlein ein weiträumiges Spiel. Zugrunde liegt dem Ganzen ein ostinater Polka-Rhythmus im Pedal. Die weiteren Zutaten sind helle Prinzipale, warme Streicher, ein an eine Hammond-Orgel erinnernder Sound, filigranes Improvisationsspiel, barocke Figuren wie ein Hoquetus (Schluckauf), ein Kirchenchoral, jahrmarkt-ähnliche Spielfiguren und ein abrupter Cluster-Schluss. Ein Kessel Buntes, sollte man meinen. Doch die Orgel-Queen führt diese Mischung nicht nur zu einer runden, spannungsvollen Symphonie zusammen, sondern begeistert mit ansteckender Spielfreude, Vitalität und Musikalität. Zu ihren weiteren Tugenden gehört ihr unnachahmliches Blues-Feeling, das sie während des Konzerts mit zwei Stücken beweist. "Blues in the pipeline" ist ein speziell auf die Kirchenorgel abgestimmter Blues mit einem an die Bassgitarre erinnernden Pedalsolo, das mit Zwischenapplaus bedacht wurde. Ihr "Holy-Blues" huldigt dem Blues mit lieblichen Flötentönen und raffinierten Figurationen in vollendeter Geschmeidigkeit. Der Name Dennerlein steht aber auch für eine enorme Experimentierfreude. In einer Symphonie des Windes spürt sie der Klangerzeugung durch Luftzufuhr nach, wobei sie die Registerzüge zu Beginn nicht vollständig zieht, wodurch der Wind nur unvollständig in die Windkammern und die Pfeifen gelangt. Der Luftstrom erzeugt so nur ein unterschiedliches Rauschen, reicht aber nicht nur Klangerzeugung am Labium oder der Zunge. Walzenartig ergießen sich wummernde Geräusche über den Kirchenraum, türmen sich auf, verwandeln sich schließlich - bei ganz gezogenen Registern - in Klangfarben, die sich herrlich mischen und wieder abebben. Aufregend! Zu den Preziosen, die Dennerlein noch im Gepäck hatte, gehörte ein "Koreanisches Lächeln", eine Hommage an die Musik Asiens, und ein musikalischer Spaziergang durch New York mit typischer Straßengeräuschkulisse, in die sich Bachs berühmte Toccata und Fuge in d-Moll mischte. Ein großartiger Auftritt nicht nur für Barbara Dennerlein, sondern auch für die Eule-Orgel, deren enormes Klangspektrum eine weitere Auslotung erfuhr."
(Westfalen-Blatt, 10.10.17)

 

"Interessante musikalische Perspektiven. Barbara Dennerlein begeisterte das Publikum... Faszination pur - war das, was die Musikerin Barbara Dennerlein am Freitag an der Kirchenorgel und an ihrer eigenen Hammond-Orgel in der katholischen Kirche St. Leodegar in Steinfeld zelebrierte. Die bezaubernde Künstlerin bezauberte ihr Publikum und lud sie ein in die Welt des außergewöhnlichen Jazz mit ihr zu reisen. Wann kann man schon einen Blues auf der Orgel hören? Barbara Dennerlein zeigte mit ihrem Spiel, wie Musik starre Gedankengrenzen überwinden kann - wenn man sie nur lässt. Schon das erste Stück "Unforgettable" zog an und für den Hörer entwickelten sich gleich interessante musikalische Perspektiven. Aber auch Eigenkompositionen, ..., in denen Dennerlein mehr die leisen Töne erklingen ließ, waren ein Hörerlebniss. Die Besucher blickten von der Kirchenbank aus auf eine Leinwand, auf der sie sahen, wie Dennerlein oben auf der Empore an der Orgel spielte. Eine Kamera begleitete die Musikerin und gab so Einblicke nicht nur auf das Spiel an den Tasten. Auch die Füße standen im Blickpunkt der Kamera. So sahen die Besucher, wie die Füße von Dennerlein mit Hacke und Spitze über die "Bodentastatur" der Orgel glitten... In einer kleinen Einführungsrunde erklärte die versierte Musikerin, wie eine Orgel generell und speziell die Orgel in der katholischen Kirche in Steinfeld funktioniert. Das Spiel an der Orgel ist für Künstler, die auf Tournee sind und immer wieder an anderen Orgeln musizieren, eine große Herausforderung. Denn Orgeln sind Divas, erklärte Dennerlein lächelnd. Sie wollten erobert werden. Und das brauche manchmal Kraft, vor allem in Armen, Beinen und Füßen. Im zweiten Teil des Konzerts spielte Dennerlein an ihrer Hammond-Orgel, die direkt vor dem Altar stand. Auch hier überzeugte Barbara Dennerlein ihre Gäste, dies mit eigenwilligen, von ihr komponierten Stücken, wie "Elephant Blues" oder der im südamerikanischen Flair gestalteten Komposition "Sensitivity". Zwischen den einzelnen Stücken erläuterte Dennerlein die Vorzüge dieser Hammond-Orgel, die noch über eine elektromagnetische Tonerzeugung verfüge. Mit langanhaltendem Applaus dankte das Publikum für ein hörenswertes Konzert. Und mit der bluesigen Zugabe "Going home" überzeugte Dennerlein auch Jazzfans."
(Die Rheinpfalz, 17.09.17)
 

""Get it on" auf der Kirchenorgel. Organistin Barbara Dennerlein ... begeistert Zuhörer. .. Dank der Jazzorganistin Barbara Dennerlein waren einmal ganz ungewohnte Klänge auf dem Instrument zu erleben. Wer nicht regelmäßig in die Kirche oder zu Orgelkonzerten geht, könnte meinen, die Orgel sei extra dafür gebaut worden. Der Samstag war als multimediale Veranstaltung angelegt. Vor dem Altar war eine große Leinwand aufgebaut. Die Besucher konnten so der Künstlerin beim Orgelspiel und dem Wechsel ihrer Klangfarben zuschauen... Das Erleben zog das Publikum in der voll besetzten Kirche in ihren Bann. Barbara Dennerlein wollte an diesem Abend den Pfälzer Wein durch die Musik ersetzen, beschwingen. "Es ist immer wieder schön, eine neue Orgel kennenzulernen", sagte sie, die schon viele Orgeln dieser Welt kennt. Mit tiefem Orgelpunkt begann Dennerlein, die Kamera zeigte ihre exzellente Beinarbeit an den Basspedalen, wofür sie vor dem Konzert spezielle Schuhe anzogen hatte. Sie startete in g-Moll, sprang nach as- Moll und erzeugte Spannung und Dynamik aus der chromatischen Verschiebung... Dazwischen flocht sie aus dem Jazz stammende Sextakkorde und setzte zum Klangbild ihre Handflächen oder den gesamten Unterarm ein, um in Wellen über die gesamte Tastatur zu wandern. Den klassischen Musikfreund besänftigte sie nach solchen Clusterakkorden mit Zitaten aus Toccata und Fuge von Johann Sebastian Bach und man fragte sich unwillkürlich, ob Bach heute ein Jazzmusiker wäre. Als Eröffnung wählte sie "Spiritual Movement Nr. 1". Da steckte alles drin: Rhythmus, das Atmen der Orgel ist zu spüren. Die Kirche als Konzert- und Ruheraum. Innerliches Entschleunigen, zur Ehrfurcht vor den Erbauern der schlichten Kirche und den Künstlern des Orgelbaus und der Künstlerin, die das alles sicht- und hörbar machte. ..Nachdem Dennerlein den Klangraum der Orgel vorgestellt hatte, war "Waltzing Pipes", ein Blues, zwangsläufig. Ein Solo auf dem Bass-Pedal, ähnliche Klänge wurden leicht verändert, um neue Akzente bereichert. Und es zeigte sich, diese Orgel ist "schnell", mühelos setzt Dennerlein das Pfeifenwerk in Bewegung. "Sensitivity" hatte sie nach einem Aufenthalt in Brasilien komponiert, ein versteckter Hebel erzeugte Urwaldgeräusche, die man in diesem Instrument nicht vermutet hätte. "Korean Smile" entstand nach einer Reise nach Seoul, die Orgel klang wie Schellenbaum, meditativ mit langsamen beruhigenden Wellenlinien, die sie in ihren geheimnisvoll wabernden Akkorden versteckte. Als Zugabe gab's etwas Tanzbares: "Get it on"..."
(Die Rheinpfalz, 28.08.17)
 

"Klangerlebnis der Superlative. ... "Four yellow butterflies", ... ein Jazz-Waltz ... Kurz darauf hallten lebhafte, jazzige Rhythmen durch das Kirchenschiff, und die Gäste konnten auf der Leinwand oberhalb des Altars sehen, wie die Künstlerin, angestrahlt von zwei Scheinwerfern, temperamentvoll Manuale und Pedale bediente und dabei viele Register zog. Immer schneller werdend, visualisierten ihre Finger die Schmetterlinge, und die Interpretation wurde mit viel Applaus und Bravo-Rufen bedacht, wie auch alle nachfolgenden Titel. Dennerlein sagte zu jedem Stück von der Empore herab einige einleitende Worte ... Mit einer lockerleichten Melodie, teils geschlossenen Augen und stets behänder Fußarbeit an den Pedalen, die die Basstöne erzeugen, verstand es die Tonkünstlerin meisterhaft, der Königin der Instrumente einen ungewohnten Rhythmus und Klang zu entlocken, wobei sie etliche der 29 Register zog ... Mit viel Spielfreude und brillantem technischen Können verschmolz die Musikerin geradezu mit ihrem Instrument, und voluminöse Harmonien verzauberten die wie gebannt lauschenden Anwesenden ... "Pendel der Zeit" ... Wie ein sanfter Lufthauch, dann wie zarte Vogelstimmen, gefolgt von Klängen ähnlich einer Panflöte, dazu Sirren und Summen, ergoss sich nun eine fast unwirkliche Stimmung in den riesigen Raum. Die Künstlerin spielte brillant und hochkonzentriert teils mit den Händen über Kreuz und gleichzeitig mit den Fingern einer einzigen Hand auf zwei übereinander liegenden Manualen. Sie erzeugte eine derartige Stimmgewalt mit lang anhaltenden, dunklen Tönen, immer stärker und lauter werdend, fast bedrohlich, dass man beinahe weggepustet wurde und meinte, im Kirchenrund müssten gleich die Mauern bersten. Im Publikum schlössen viele die Augen und ließen dieses Klangerlebnis der Superlative auf sich wirken. Mit dem jazzigen "Oversized", dem langsamen Blues-Stück "Farewell to old friends", dem Jazz-Standard "Tin Tin Deo" sowie als Zugabe "Bebabaloo" gab Dennerlein weitere Kostproben ihres phänomenalen Könnens an dem gewaltigen Instrument. So war es kein Wunder, dass sich die Zuhörer stehend mit tosendem, lang anhaltendem Applaus und vielstimmigen Bravo-Rufen von ihr verabschiedeten und sich anschließend lange Schlangen bildeten, um CDs und Autogramme zu ergattern. "Unglaublich! Sensationell!" war die begeisterte Reaktion der allermeisten Gäste."
(Aachener Zeitung, 21.09.16)

"Marienstatter Rieger-Orgel hatte den Blues. Die Jazzmusikerin Barbara Dennerlein begab sich auf die Suche nach den Blue-Notes im Labyrinth der Orgelpfeifen von Marienstatt... "Jedes Instrument ist anders", erklärte sie, "Intonation, Disposition, also die Registrierung, und natürlich der Raumklang bestimmen Persönlichkeit und Lebendigkeit der Orgeln." ... Vor allem mit dem besonderen Celesta-Register, einer Art Glockenspiel, setzte Dennerlein interessante Akzente...
Mit ihrem Blues "In The Pipeline" begann Barbara Dennerlein das Konzert und spielte damit schon im Titel auf die Besonderheit eines Jazzstückes für Pfeifenorgel an. Ein melancholisches Pedalsolo transportierte das Grundgefühl des Blues, welches Dennerlein in ihrer "Symphony in minor" vertiefte. Fortschreitende Mollakkorde, akzentuiert durch die Celesta, geleiteten die Zuhörer in tiefes, meditatives Fahrwasser. Man kann die Orgel sanft spielen, ihr weiche Klänge entlocken, aber sie auch sakral glänzen lassen. Mit verschiedenen Stimmungen und Taktarten experimentierte Dennerlein in ihrer Komposition "Change of Pace". Sehr modern war das, fraktal, minimal, aber auch beseelt durch den Atem des Instrumentes. Abrupte Stopps, Taktwechsel und die tropfenden Klänge der Celesta erzeugten ein seltsam "inkohärentes Fluidum", das in einen treibenden Gewaltmarsch überging, dröhnend verröchelte und wieder bedrohlich anschwoll. Dann zergliederte Dennerlein das gewaltige Brausen in einzelne Akkorde, minimale Variationen und Nuancen von Obertönen in endlosen Wiederholungen. Ein grandioses Stück zwischen modernem Jazz und neuer Orgelmusik. Zur Erholung gab es danach einen swingenden Blues und mit "Spiritual Movement No. 1" , einem heiter meditativen Stück mit Glissandi von Harfe und Celesta, klang das Konzert aus. Natürlich erklatschte sich das Publikum im voll besetzten Kirchenschiff eine Zugabe. Mit dem "Holy Blues" bewies Barbara Dennerlein noch einmal, dass man die vertrackten Blue-Notes auch aus einer Kirchenorgel kitzeln und anschließend nach Bach'scher Manier verfugen kann."
(Westerwälder Zeitung, 19.07.16)
 

"Das Münster kriegt den Blues. Kann man Jazz und Blues auf der (Ulmer) Münsterorgel spielen? Kann man sie gar zum Swingen bringen? Barbara Dennerlein kann es. Und wie. "Spiritual Movements" war ein besonderes Orgelkonzert. Lässig. Knitz. Verschmitzt. Nicht die ersten Adjektive, die einem zu den Klängen der Kirchenorgel im Ulmer Münster einfallen. Es sei denn, Barbara Dennerlein spielt auf ihr den "Blues In The Pipeline". Dann treibt die linke Hand mit einer drolligen Begleitfigur das Stück voran, die rechte lässt eine gewitzte Melodie um die Ecke blicken, und die Füße legen ein Sohlen-Solo hin. Von Kopf bis Fuß ist Barbara Dennerlein in Bewegung, und die mehr als 500 Zuhörer sind bei diesem Orgelkonzert am Sonntagmittag im Münster auch Zuschauer: dank Videotechnik und Leinwand. "Im besten Fall geht's in die Beine, und nicht nur in meine", hatte die 51-jährige Münchnerin angekündigt. Das war nicht zu viel versprochen. Natürlich ist sie der Jazz-Weltstar an der Hammond-Orgel - aber auch mit Kirchenorgeln beschäftigt sie sich seit zwei Jahrzehnten. Sie hat schon an Orgeln in Moskau und Budapest, in der Eismeerkathedrale von Tromsø und der New Yorker Trinity Church gespielt. Nun wollte sie sich "nicht die ... Gelegenheit entgehen lassen, an diesem einzigartigen Ort ein Konzert mit meiner Musik geben zu dürfen" - dem Ulmer Münster eben... Mehr als 100 Register stehen ihr da zur Verfügung... Barbara Dennerlein will freilich "nicht die üblichen Seiten der Orgel ausloten", und so hat sie sich mit den Spezifika der Walcker-Orgel und mit der halligen Akustik im Münster auseinandergesetzt. ...Was alles möglich ist, zeigt sie in "Change Of Pace". Eigentlich für Orchester komponiert, werde das Stück die Konzertgänger fordern, sagt Dennerlein und bittet darum, "sich auf den Atem der Orgel einzulassen", auf deren "lebendigen, menschlichen Klang". Was sie dann aus einer musikalischen Keimzelle von acht Noten entwickelt, auf festem tonalen Grund (aber kaum Orgelpunkten) stehend, ist ein komplexes Farben- und Formenspiel, mal strukturiert, mal improvisiert, mal von filigraner Sanftheit, mal zu Clustern verdichtet. Anschwellend und fortschwingend sind diese musikalischen Tempowechsel, bis es schließlich inklusive Glöckchen funkelt und rauscht, sirrt und surrt. Ein enorm wirkungsvolles Stück. Wunderbar auch die Titelnummer ihres Programms... Es ist ein bewegtes und bewegendes Klangfarbenmalen, ein wohliges Fließen mit Elementen aus Kirchenmusik und Jazz, aus Barock, Klassik und Minimal, die immer wieder reizvolle Ton-Geflechte ergeben; und tatsächlich gerät dieses Orgelspiel sogar ins Swingen. Barbara Dennerlein frönt aber bei allem technischem Können keiner angeberischer Virtuosität, keinem Fortissimo-Furor. Schwarz und weiß sind die Tasten der fünf Manuale, aber die Jazzerin findet auch blaue Noten. Charmant nostalgisch "Little Darling"... Dennerlein hat Count Basies Big-Band-Arrangement auf die Orgel übertragen - tatsächlich vermeint man, Bläsersätze zu hören. Und zum Abschluss ertönen, dem Schmelztiegel der Künste gewidmet, "New York Impressions": eine einnehmende Komposition samt zündendem Groove, bis schließlich Bachs Toccata d-Moll hineingrüßt; doch bei Barbara Dennerlein hat selbst Bach den Blues. Wenn die Walcker-Orgel lächeln könnte, hätte sie auch das getan bei diesem besonderen Konzert. Großer Applaus nach prächtigem Dur-Schlussakkord."
(Südwestpresse, 12.04.16)
 

"Sie nutzt die Pfeifenorgel als Big Band. Jazzsolistin Barbara Dennerlein reißt das Publikum in der Christuskirche charmant zu Ovationen hin. Die älteren Jazzhörer werden sich an diesen spektakulären "ZDF-Jazzclub" vor 25 Jahren erinnern: Der Altmeister der Hammondorgel - Jimmy Smith - war damals zu Gast und ließ mit seinem etwas arroganten Auftreten keinen Zweifel daran, dass er sich selber für den Größten aller Orgelspieler hielt. Dann aber wurde eine junge, zierliche und noch unbekannte Musikerin angekündigt, die mit ihrem frischen und ungestümen Konzert den Smith-Auftritt ganz und gar vergessen machte und vom Publikum stürmisch gefeiert wurde. Es war der Karriere-Beginn der Münchnerin Barbara Dennerlein, die nach diesem Femseh-Auftritt ihren Ruf als Hammondorganistin in die Welt tragen konnte. "The Beauty and the Beast" - dieser Gegensatz zwischen der attraktiven Musikerin und dem Tastenkoloss wurde quasi ein geflügeltes Wort. Schon vor Jahren hat sich Barbara Dennerlein neben der Hammondorgel auch der Pfeifenorgel gewidmet und ein Programm zusammengestellt, das die Eigenarten dieser historischen Instrumente zur Geltung bringt. Am Sonntag war sie in der bestens besuchten Christuskirche zu Gast und riss mit Charme, Witz und musikalischer Finesse das Publikum zu Ovationen hin. Mit dem "Blues in the pipeline" wurde die musikalische Gesinnung Dennerleins deutlich: Sie ist Blues- und Jazzmusikerin und lässt daran auch mit ihren nachfolgenden Kompositionen keinen Zweifel. Es folgten die Themenvorstellung und ausgedehnte Improvisationen. Wie sehr sich Barbara Dennerlein mit den klanglichen Möglichkeiten einer Kirchenorgel auseinandergesetzt hat, zeigt sie durch die ständig wechselnden Registrierungen, die aus jedem Titel ein unverwechselbares Original machen. Das sei für sie auch das Spannende an diesen Instrumenten, sagt sie: "Der Musiker ist hier gleichzeitig auch Arrangeur - ihm steht eine Big Band zur Verfügung, die er nach seinen Ideen klingen lassen kann." Mit "Pendel der Zeit",...dem sie einen lang anhaltenden Cluster-Akkord mit nach und nach hinzugefügten Registern vorausschickt, gelingt es der Musikerin sogar, den tonerzeugenden Wind, den Atem der Orgel, hörbar zu machen. Im Gegensatz zu vielen Orgelspielern der 50er und 60er Jahre, die den Bass mit der linken Hand gespielt haben, hat Barbara Dennerlein eine virtuose Fußpedal-Technik entwickelt. Dadurch stehen ihr beide Hände für die Manuale zur Verfügung, und sie kann wie ein klassischer Organist auch satte und volle Akkorde auf der Hillebrand-Orgel spielen. Mit dem Dizzy-Gillespie-Klassiker "Tin Tin Deo" zeigt Dennerlein ein weiteres Mal, wie gut das alles zusammengeht: Die Fußbass-Figuren, die Latin-Jazz-Rhythmik der linken Hand und die Soli - vielleicht das beeindruckendste Stück des Abends, der keine Langeweile aufkommen ließ."
(Nordsee-Zeitung, 29.09.15)
 

"Dennerlein flirtet mit der Steinmeyer-Orgel. Dieses Ereignis hatte sich in der Szene schnell herum-gesprochen. So war es kaum verwunderlich, dass die zum Teil von weit her angereisten Fans zusammen mit den bunt gemischten Regionalbesuchern die Kirche fast bis zum letzten Platz füllten. ... erlebten die erwartungsvollen Besucher zwei Stunden lang Orgelmusik..., die sie von Anfang bis Ende völlig in den Bann schlug. Das ist selbst bei einer Musikerin mit Weltgeltung nicht selbstverständlich. Barbara Dennerlein hätte am Abend ihres Auftrittes anreisen und ihre Show aus dem Ärmel schütteln können. Bei über hundert Konzerten im Jahr hätte ihre Routine dazu auch völlig ausgereicht. Doch mehr als acht Stunden hat sie schon am Freitag mit der Orgel verbracht, minutiös jede Registrierung vorbereitet, sich auf den Raum und das Instrument eingestellt. Wo bleibt da die improvisatorische Freiheit, könnten da Jazzkenner zu Recht einwerfen. Doch im Konzert konnte man erleben, dass sich gewissenhafteste Vorbereitung und Spontanität bei der Dennerlein überhaupt nicht ausschließen. In jedem Moment war beides zu spüren, genau ausgehörte Klangfarben, stupende spielerische Perfektion, die noch nicht einmal durch die herbstliche Kälte beeinträchtigt wurde, und - das Wichtigste - eben jene unabdingbare musikalische Wachheit in jeder Sekunde, ohne die sich kein Jazzmusiker auf die Bühne wagen darf... taufrisch, wie aus dem Augenblick geboren... Basslinie im Pedal... Harmonie samt Rhythmus in der linken Hand, ... die meist irrwitzig bewegliche Solo-Stimme mit der rechten Hand auf dem abwechslungsreich registrierten zweiten Manual, oft mit dazugekoppeltem Schwellwerk. War es schon bei den bluesigen Stücken so, dass die Organistin auf diese Weise eine ganze Big Band in die Orgel zauberte, so erschien besonders die gut geölte Begleitmaschine von linke Hand und Pedal bei den Titeln im Latino-Stil wie reine Hexerei. Eine ganz andere Welt eröffnete sich, als die Künstlerin eine ihrer Eigenkompositionen spielte - ursprünglich für Sinfonieorchester geschrieben - und nun für die Orgel adaptiert. Hier wurden wir Zeugen einer grandiosen Kreativität, die vor keinem Risiko zurückscheut. Barbara flirtete regelrecht mit der Steinmeyer-Orgel, grummelte in den tiefsten Tiefen, zirpte in den höchsten Höhen, für Ältere bis über die Hörgrenze, da traktierte sie die Pedale wie eine Bassgitarre und das Schwellwerk wie einen Schlagbass in musikalische Verzückung. Da verwandelte sich der Pfeifenwald in ein brüllendes Tier, so widerwärtig beharrlich, dass es einem vorkam, als ob die Welt unterginge... die ungeheure Präsenz der Organistin entfachte auch nach diesen extremen Klängen Begeisterungsstürme. Kein Wunder, dass die Künstlerin ... die Steinmeyer-Orgel in den höchsten Tönen pries. Völlig zu Recht! "Der kann man alles zumuten", meinte die Virtuosin; das war so grundehrlich gemeint, so begeistert und frei von jeder Routine, dass einem dabei das Herz aufging. Doch auch ihr kann man alles zumuten, hatte die Orgel darauf bemerkt - nein, sie hat es ausgedrückt in ihrer eigenen wunderbaren Tonsprache. Wo bei der Hammond-Orgel mit den Tasten nur Kontakte betätigt werden, müssen Spieler einer Pfeifenorgel Drähte, Stäbe, Winkel, Federn und Ventile bewegen. Welche Schwerarbeit! Genauso selbstverständlich und anmutig wie die Tastenathletik, meisterte Barbara Dennerlein auch die verbindenden Zwischentexte, wobei es schön war, dass die Orgelspielerin nicht, wie so oft in Kirchen, auf eine Empore entrückt war, sondern Auge in Auge mit ihren Zuhörern sprechen konnte. ... Ich möchte fast wetten, dass Barbara Dennerlein nicht das letzte Mal in Maria Königin gespielt hat."
(Teck-Bote, 22.09.15)
 

"Ein Weltstar an der Bürgy-Orgel. Ein faszinierendes Konzert bot die Jazzorganistin Barbara Dennerlein auf der altehrwürdigen Bürgy-Orgel in der Schlosskirche. Ein angenehm warmer Sommerabend und dennoch, die Schlosskirche in Bad Homburg, mehr als voll. Warum? Weltstar Barbara Dennerlein war die angesagte Künstlerin, und "alle, alle kommen" wie der Veranstalter Volker Nordhoff am Beginn des Konzerts beglückt feststellte. Der Abschluss der "Castle Concerts" war gleichzeitig der vielversprechende Beginn des "Orgelsommers im Taunus", und mit der Jazzorganistin hatten die Initiatoren ins Schwarze getroffen. Jazzige Orgelklänge verbinden den Wunsch vieler Hörer nach Unterhaltung und Erhabenheit. "Spiritual Movements", der Titel des Konzerts, passte genau dazu.
Die "Grand Lady of Organ"...war schon als 11-Jährige fasziniert von den Klängen der in den 1970er Jahren beliebten Hammond-B3-Jazzorgel und elektrisiert vom Bebop eines Charlie Parker...mit ihren packenden Liveauftritten spielte sie sich nicht nur international in die großen Jazz Clubs ein. Ihre Kreativität und Experimentierfreudigkeit suchte auch auf mechanischen Pfeifenorgeln nach Übertragungsmöglichkeiten des Jazzfeelings. In den traditionellen Orgeln fand sie eine herausfordernde Klangvielfalt vor, die sie von Orgel zu Orgel aushört und ihre Kompositionen und Arrangements damit farbig ausgestaltet... Dieses originalgetreu restaurierte großartige Instrument - Ende das 18. Jahrhunderts erbaut und mit 38 Registern ausgestattet, die auf 3 Manuale und Pedal verteilt sind - hat schwergewichtete Tasten. Das verlangt dem Organisten Kraft ab, sollte er schnell spielen wollen. Das wollte die "Grand Lady" natürlich, und das führte sie brillant vor.

Die Mechanik klapperte hörbar mit, quasi als perkussives Element, wenn sie die rhythmischen Muster auf die Tasten schlug und darüber mit der rechten Hand Melodien und improvisatorische Passagen auf wechselnden Manualen in immer wieder neuen "Instrumenten" oder Klangkombinationen ertönen ließ. Die Füße drückten auf die Pedale und gaben den stabilen Bass, so dass eine Jazzformation mit Bass, Rhythmusgruppe und Meldodieinstrument an einem Instrument in einer Person zu erleben war. Und es war ein Erlebnis zu sehen, wie diese zierliche "Dompteurin der Orgel" unbeirrbar energisch kraftvoll und zugleich beweglich über die Tasten fegte. Blitzschnelle Läufe, kurze Figuren als Wiederholung, Triller, Tremoli, Glissandi die Tasten rauf und runter - wie macht man das bei so schwergängigen Tasten, ohne sich die Finger zu brechen? Dabei entsteht nie der Eindruck von bloßer Virtuosität, sie vollzieht das, um den ohnehin massiven Klang der Orgel noch aufzufüllen, um in sich unaufhaltsam ergießenden Improvisationen keine Lücke zu lassen. Oft reichen ihr die zehn Finger nicht, da muss sich der Handballen schon mal die Tastatur hinauf hangeln, oder beide Arme werden auf das Manual gelegt, ein toller Cluster-Effekt.
Aber sie liebt auch langsamere Stücke, in denen die lyrischen, melancholischen Seiten in einem schwermütigen "walking-bass" oder in "blue notes" ausschwingen. Ja, wirklich, es swingt und groovt sofort, wenn sie anfängt... Und sie erforscht ihr Instrument, wie die Komposition "Pendel der Zeit" eindrucksvoll demonstrierte. Die meditativ gedachte Klangstudie führte in das Innere des Orgelwerks, in den "Wind", die Luft, die gebraucht wird, um die Pfeifen zum Klingen zu bringen. Lange Zeit war nur ein sich verstärkendes Anblasgeräusch zu vernehmen, bis der Druck so stark wurde, dass über Summen und Dröhnen Töne entstanden, rhythmisiert wurden - und wieder vergingen, verwehten, ohne Zeitmaß. Richtig zu Hause und in ihrem Element ist sie, wenn über Latin Grooves wie in "Green Paradise" ein sich grandios verästelndes Spektakel entsteht, bis zum Auszug sämtlicher Register zum strahlenden, sakralen Kirchenorgelklang. Oder in funky-tänzerischen Arrangements voller impulsiver Energiestöße wie "Tin Tin Deo" oder "Get It On", mit denen sie die beiden Konzertteile beendete. "Jazz meets Organ", so die Ankün-digung. Wenn dann eine so geschickte wie raffinierte Musikerin souverän dem alt-ehrwürdigen Instrument eine jazzige Infusion verabreicht, kann man nur noch von einem überaus geglückten Meeting schwärmen!"
(Taunus Zeitung, 22.07.15)
 

"Wenn die Orgel in der Kirche swingt. Stargast Barbara Dennerlein begeisterte Zuhörer ... Musikalische Entdeckungsreise... zum wiederholten Mal war die Musikerin zu Gast in der Pauluskirche ... und erweckte das Instrument mit ungewohnten Klängen zum Leben. ... Dabei gab es musikalisch viel zu entdecken: ... "Jazz auf der Orgel" ... ihre typischen "Orgelschuhe" mit dünner Ledersohle ... Barbara Dennerlein ... erläuterte dem Publikum ihre Eigenkompositionen und ihre Spielweise. "Jede Orgel ist für mich wie ein neues Orchester. Mit großem und kleinem Klang, schönen Einzelstimmen und den wunderbaren Glocken hier in Fockbek." Für diesen Glockenklang schwärmt sie, setzte ihn auch mehrfach und genau passend ein - und war fortan mit ihrer Begeisterung nicht mehr allein... Dieses Glücksgefu?hl übertrug sich bei ihrem Spiel direkt auf die Konzertbesucher. "Blues in the Pipeline" mit "Walking Bass" nannte sie ihr erstes Stück und bewies dabei ihre unglaubliche Präzision mit scheinbarer vollständig voneinander unabhängigen Bewegungen ihrer Füße und Hände: Die Fuß-Bässe liefen stabil durch, darüber improvisierte sie an den beiden Manualen, und änderte auch noch die Orgelregistrierung. Das macht ihr so leicht keiner nach. Sie spielt routiniert sicher und einfallsreich, begeistert immer wieder mit dieser Sicherheit, ohne dabei jemals routiniert-langweilig zu wirken. "Sie spielt nicht, sie ist die Orgel", erkannte eine begeisterte Zuhörerin. Hier spielten Komponistin und Solistin in einer Person. ... Barbara Dennerlein begeisterte die Zuhörer mit ihrem Rhythmus-Gefühl und ihrer Leidenschaft für mitreißende, auch tanzbare Rhythmen und Jazz-Standards ... Unvergleichlich, wie die Musikerin den Jazz in die Kirche bringt. "Musik muss fließen. Die Kirche bietet den besonderen Rahmen, die Zeit anzuhalten und zur Ruhe zu kommen." ... beeindruckend wie die Orgel swingt und läuft ... - vor allem, wenn man das große Instrument so wie Barbara Dennerlein zu fixem Gang anstachelt. Das Konzert endete mit Standing Ovations, einer Zugabe und dem Wunsch der Fans, dass Barbara Dennerlein ein weiteres Mal nach Fockbek kommen möge."
(Rendsburger Tagespost, 03.02.15)
 


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